Glücksspiele im Internet

Online-Poker: Boom in der Grauzone

Pressemeldung der Firma Heise Medien Gruppe GmbH
Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 2/2012


Rund 600.000 Profis und Neulinge pokern hierzulande im Internet. Damit liegt Deutschland auf Platz zwei hinter den USA, wo die meisten Online-Pokerspieler verzeichnet werden. Das Geschäft mit den deutschen Kunden ist für die Plattformanbieter lukrativ. Sie setzen mit Online-Poker mittlerweile mehr Geld um als die Sportwetten-Industrie, schreibt die Computerzeitschrift c’t [http://www.ct.de] in ihrer Ausgabe 2/12.

Viele Poker-Neulinge träumen davon, mit dem Spiel im Internet reich zu werden. Fakt ist aber, dass nur rund 1,7 Prozent der deutschen Online-Pokerspieler als Profis vom Internet-Poker leben können. Die große Mehrheit geht leer aus oder verschuldet sich hochgradig. Nutznießer bleiben die Anbieter, die mit deutschen Kunden durch Poker-Schulen und -Turniere jährlich 378 Millionen US-Dollar verdienen.

Mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages am 1. Januar 2012 ändert sich am Verbot von Online-Casinos in Deutschland nichts. Online-Pokerspieler bewegen sich weiterhin auf illegalem Terrain: „Außer in Schleswig-Holstein sind Internet-Casinos hierzulande nach wie vor verboten. Wer dennoch im Netz zocken möchte, sollte große Vorsicht walten lassen“, rät c’t-Redakteur Holger Bleich. Da man bei einem ausländischen Anbieter spielt, ist nie sicher, ob man am Ende seinen Gewinn ausbezahlt bekommt. Vor allem aber sind Neulinge sehr gefährdet; Profispieler stürzen sich auf solche „Fische“, um sie auszunehmen.

Auch verheißungsvolle Prüfsiegel, mit denen Poker-Angebote auf ihren Webseiten für die Sicherheit ihrer Software werben, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Sie beziehen sich nur auf einzelne Teilaspekte: „Es wird unter anderem geprüft, ob ein Zufallsgenerator richtig funktioniert. Das sagt aber nichts darüber aus, ob der Generator wirklich in der Software eingesetzt wird“, sagt Bleich. Wenn während der Anmeldung oder des Spielens Zweifel aufkommen, lässt man lieber die Finger davon.



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